Barrierefreie Websites und ergonomische Softwaregestaltung

Grafische Darstellung in mehreren Einzelteilen: Ein gesunder Volleyballspieler und ein Behinderter spielen gemeinsam mit der Erdkugel als Ball, der beim Betrachten aller Seiten des Angebots von einem zum anderen wandert. Unter dem fliegenden Ball befindet sich der Schriftzug WWW als Hinweis, daß die Erdkugel hier mit dem Internet assoziiert wird.

Volleyballspieler, aufrecht (Teil 1 von 3). Behinderter Volleyballspieler, im Rollstuhl (Teil 2 von 3). Die Erdkugel als *Volleyball*: Eine für alle. (Teil 3 von 3).

3.5 Symbol für *Film in Deutscher Gebärdensprache* DGS-Film 3: Barrierefreiheit & Gesetz[15] (*) Erfordert MP4[32] -Video-Plugin.

Wie sieht der gesetzliche Hintergrund in Deutschland aus?  —  Selbstverständlich ist es sinnvoll und notwendig, zugängliche und gut nutzbare Internetauftritte und Softwareprodukte zu erstellen und anzubieten. Es bestehen aber auch rechtliche Vorgaben, die hier beschrieben werden.

Im Bereich der Barrierefreiheit gibt es das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Danach bedeutet Barrierefreiheit, dass Dinge unseres täglichen Lebens für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Einschränkungen und grundsätzlich ohne fremde Hilfe, zugänglich und nutzbar sind (§ 4 Barrierefreiheit). Das Gesetz richtet sich in erster Linie an Träger der öffentlichen Gewalt, wie Länder, Gemeinden, Bundesregierung usw., wobei explizit auf die Möglichkeit der Zielvereinbarungen zwischen Unternehmen und Verbänden hingewiesen wird (§ 5 Zielvereinbarungen).

Die weitere Erfüllung der Forderungen aus dem BGG[7] regelt die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV[9] 2.0). Diese Verordnung ist im September 2011 veröffentlicht worden. Die Barrierefreiheit wird mit vier Prinzipien und 12 Anforderungen beschrieben. Aus diesen Anforderungen resultieren insgesamt 61 Prüfbedingungen, mit deren Hilfe sich ein Internetauftritt hinsichtlich Barrierefreiheit bewerten lässt. Die Prüfkriterien sind sehr stark an die „Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 des World Wide Web Consortiums (W3C) vom Dezember 2008 angelehnt. Besonders hervorzuheben ist die neue Gewichtung der Themen Gebärdensprache und leichte Sprache zur Beschreibung von Informationen im Internet.

C2Web hat zu diesen Anforderungen eine Prüfprozedur entwickelt. In verständlicher Form werden die einzelnen Prüfschritte beschrieben und Werkzeuge bereitgestellt, um weitgehend eigenständig einen Internetauftritt auf Zugänglichkeit zu testen.

0.6.x Glossar zu dieser Seite

7 BGG
Behindertengleichstellungsgesetz
9 BITV
Barrierefreie Informationstechnikverordnung: Rechtliche Grundlage für Behörden und Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland, die barrierefreie Websites vorschreibt und die Anforderungen dazu vorgibt. Die aktuelle Version 2.0 der Verordnung lehnt sich stark an die WCAG 2.0 an, den Text finden Sie online beim Bundesanzeiger Verlag: . BITV gemäß Bundesgesetzblatt Nummer 48 / 2011 (mit freundlicher Genehmigung des Bundesanzeiger Verlags)
15 DGS
Deutsche Gebärdensprache
32 MP4
MP4 ist ein Multimedia-Datenformat der Moving Picture Experts Group . Weiterführende Informationen dazu finden Sie unter anderem bei Wikipedia: Datenformat MP4 .
45 W3C
World Wide Web Consortium : Das Normierungsgremium für Internetfragen. Weitere Informationen finden Sie auf deren Webseiten: http://www.w3c.de/
47 WCAG
Web Content Accessibility Guidelines . Eine Empfehlung des W3C , die konkrete Hinweise gibt, wie Inhalte im Web gut zugänglich gestaltet werden können. Aktuell ist die WCAG 2.0 .

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