Barrierefreie Websites und ergonomische Softwaregestaltung

Grafische Darstellung in mehreren Einzelteilen: Ein gesunder Volleyballspieler und ein Behinderter spielen gemeinsam mit der Erdkugel als Ball, der beim Betrachten aller Seiten des Angebots von einem zum anderen wandert. Unter dem fliegenden Ball befindet sich der Schriftzug WWW als Hinweis, daß die Erdkugel hier mit dem Internet assoziiert wird.

Volleyballspieler, aufrecht (Teil 1 von 3). Behinderter Volleyballspieler, im Rollstuhl (Teil 2 von 3). Die Erdkugel als *Volleyball*: Eine für alle. (Teil 3 von 3).

3.2 Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Anforderungen und Bedingungen der Barrierefreie[n] Informationstechnik-Verordnung (kurz: BITV[9] ) 2.0 vor. Die BITV[9] 2.0 enthält vier Prinzipien und 12 Anforderungen, aus denen insgesamt 61 Prüfbedingungen resultieren, verteilt auf zwei Prioritätsstufen (Priorität 1: Muss-Kriterien, Priorität 2: Soll-Kriterien).

Wir haben die Anforderungen in komprimierter Darstellung nachfolgend zu einer Übersicht zusammengefasst: An erster Stelle jedes Abschnittes steht die Anforderung (fett hervorgehoben). Dieser folgen dann die verschiedenen Bedingungen, die zusammengefasst aus beiden Prioritätsstufen hier in einer Liste dargestellt werden.

Am Ende jedes Abschnittes finden Sie Verweise auf unsere entsprechenden Unterkapitel, auf denen wir Ihnen Beispiele und Prüfwerkzeuge vorstellen.

Prinzip 1:

Wahrnehmbarkeit — Die Informationen und Komponenten der Benutzerschnittstelle sind so darzustellen, dass sie von den Nutzerinnen und Nutzern wahrgenommen werden können.

Anforderung 1.1

Für jeden Nicht-Text-Inhalt (z. B. Bilder) sind Alternativen in Textform bereitzustellen, die an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer angepasst werden können.

Anforderung 1.2

Für zeitgesteuerte Medien (z. B. Videos, Audiodateien) sind Alternativen (z. B. Texte, Beschreibungen, Gebärdensprache) bereitzustellen.

Anforderung 1.3

Inhalte sind so zu gestalten, dass sie ohne Informations- oder Strukturverlust in unterschiedlicher Weise präsentiert werden können (z. B. Bildschirme, Drucker, Smartphones, Screenreader).

Anforderung 1.4

Nutzerinnen und Nutzern ist die Wahrnehmung des Inhalts und die Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrund so weit wie möglich zu erleichtern (z. B. Einstellbarkeit der Zeichenhöhe, hinreichende Kontraste, Farbkodierungen nur mit zusätzlicher Alternative).


Lesen Sie mehr über dieses Thema auf den Seiten Markup und Styles, Technologie, Nicht-Text-Inhalte, Kontrast und Textgröße sowie Gebärdensprache .

Prinzip 2:

Bedienbarkeit — Die Komponenten der Benutzerschnittstelle und die Navigation müssen bedient werden können.

Anforderung 2.1

Für die gesamte Funktionalität ist Zugänglichkeit über die Tastatur sicherzustellen.

Anforderung 2.2

Den Nutzerinnen und Nutzern ist ausreichend Zeit zu geben, um Inhalte zu lesen und zu verwenden (z. B. Beeinflussung von Zeitbegrenzungen/Abläufen).

Anforderung 2.3

Inhalte sind so zu gestalten, dass keine epileptischen Anfälle ausgelöst werden (z. B. durch mehrfaches Aufblitzen).

Anforderung 2.4

Der Nutzerin oder dem Nutzer sind Orientierungs- und Navigationshilfen sowie Hilfen zum Auffinden von Inhalten zur Verfügung zu stellen (z. B. Sitemaps, Beschreibungen, Strukturen, Beschreibungen, Pfadangaben, Linktexte, Überschriften).


Lesen Sie mehr über dieses Thema auf den Seiten Tastaturbedienung, Technologie .

Prinzip 3:

Verständlichkeit — Die Informationen und die Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.

Anforderung 3.1

Texte sind lesbar und verständlich zu gestalten (auch für Programme wie z.B. Screenreader). Das bedeutet unter anderem, Abkürzungen zu vermeiden oder sinnvoll zu beschreiben. Gegebenenfalls Texte auch in Leichter Sprache anbieten.

Anforderung 3.2

Webseiten sind so zu gestalten, dass Aufbau und Benutzung vorhersehbar sind (z. B. konsistente Navigation, einheitliche Bezeichnung, Vermeidung von automatischem Kontextwechsel).

Anforderung 3.3

Zur Fehlervermeidung und -korrektur sind unterstützende Funktionen für die Eingabe bereitzustellen (z. B. sinnvolle Fehlerbeschreibungen, unterstützende Korrekturvorschläge, Fehlervermeidung durch Software, Kontextabhängige Hilfen).


Lesen Sie mehr über dieses Thema auf den Seiten Leichte Sprache, Sprache, Markup und Styles , Tabellen, Formulare, Frames, Verweise .

Prinzip 4:

Robustheit — Inhalte müssen so robust sein, dass sie von möglichst allen Benutzeragenten, einschließlich assistiver Technologien, zuverlässig interpretiert werden können.

Anforderung 4.1

Die Kompatibilität mit Benutzeragenten, einschließlich assistiver Technologien, ist sicherzustellen.


Lesen Sie mehr über dieses Thema auf den Seiten Markup und Styles , Verweise, Tastaturbedienung, Sprache, Tabellen .

0.6.x Glossar zu dieser Seite

9 BITV
Barrierefreie Informationstechnikverordnung: Rechtliche Grundlage für Behörden und Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland, die barrierefreie Websites vorschreibt und die Anforderungen dazu vorgibt. Die aktuelle Version 2.0 der Verordnung lehnt sich stark an die WCAG 2.0 an, den Text finden Sie online beim Bundesanzeiger Verlag: . BITV gemäß Bundesgesetzblatt Nummer 48 / 2011 (mit freundlicher Genehmigung des Bundesanzeiger Verlags)

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