Barrierefreie Websites und ergonomische Softwaregestaltung

Grafische Darstellung in mehreren Einzelteilen: Ein gesunder Volleyballspieler und ein Behinderter spielen gemeinsam mit der Erdkugel als Ball, der beim Betrachten aller Seiten des Angebots von einem zum anderen wandert. Unter dem fliegenden Ball befindet sich der Schriftzug WWW als Hinweis, daß die Erdkugel hier mit dem Internet assoziiert wird.

Volleyballspieler, aufrecht (Teil 1 von 3). Behinderter Volleyballspieler, im Rollstuhl (Teil 2 von 3). Die Erdkugel als *Volleyball*: Eine für alle. (Teil 3 von 3).

3.3.3 Nicht-Text-Inhalte

Bilder sind für nichtsehende Nutzer kein Gewinn. Es sei denn, Sie übermitteln auch dieser Nutzergruppe entsprechende Informationen: Eine Beschreibung des Bildinhaltes.

Für sogenannte Nicht-Text-Inhalte wie Bilder und Videos ist ein äquivalenter, beschreibender Text bereitzustellen. Diesen sollten Sie  –von wenigen Ausnahmen abgesehen–  in direkter Umgebung des entsprechenden Inhaltes platzieren, um den Zusammenhang deutlich zu machen.

Ausnahmen:
  • Es handelt sich um rein dekorative Elemente zur visuellen Gestaltung.
  • Die Nicht-Text-Inhalte sind für den Nutzer nicht sichtbar und können zudem von assistiven Technologien ignoriert werden.
  • Es handelt sich um in der Anlage der BITV[9] aufgeführte Spezialfälle und die dort erhobenen Forderungen  –meist alternativer oder beschreibender Text an anderer Stelle–  sind erfüllt.

Bei Multimedia-Präsentationen  –sofern sie nicht bereits eine klar gekennzeichnete Alternative zu Text sind–  ist eine Audio-Beschreibung oder eine Textversion bereitzustellen. Bei reinen Audio-Dateien ist die Textversion Pflicht.

Ziel ist es, äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.

Bei Audioinhalten, die auf einer Webseite automatisch länger als drei Sekunden abgespielt werden, gibt es entweder eine Möglichkeit zum Unterbrechen oder Beenden des Tons oder die Lautstärke kann unabhängig von der Systemlautstärke geregelt werden.

Vermeiden Sie Schriftgrafiken (Schriften, die zur grafisch anschaulicheren Darstellung als Bild abgespeichert wurden).

Beispiel

Bei einem Bild-Element steht Ihnen das alt-Attribut zur Verfügung. Dieses sollte einen Text enthalten, der das Bild beschreibt.

Beispielquelltext:

<!-- Bild-Element mit den Attributen für Quelldatei, Weite, Höhe und Beschreibung -->
<img src="..." width="..." height="..." alt="Hier gehört eine Bildbeschreibung hin." />

Überprüfung

  • Überprüfung per WAT[46] -Toolbar:

    Über "Bilder » Bilder anzeigen" können Sie sich statt der Bilder die hinterlegten Kurzbeschreibungen anzeigen lassen:

    WAT-Toolbar: Alt-Attribut von Bildern anzeigen

  • Überprüfung per Web Developer:

    Über "Grafiken » Alternativtexte der Grafiken einblenden" können Sie sich ergänzend zu den Bildern die hinterlegten Kurzbeschreibungen anzeigen lassen.

    Web Developer: Alt-Attribut von Bildern anzeigen

0.6.x Glossar zu dieser Seite

9 BITV
Barrierefreie Informationstechnikverordnung: Rechtliche Grundlage für Behörden und Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland, die barrierefreie Websites vorschreibt und die Anforderungen dazu vorgibt. Die aktuelle Version 2.0 der Verordnung lehnt sich stark an die WCAG 2.0 an, den Text finden Sie online beim Bundesanzeiger Verlag: . BITV gemäß Bundesgesetzblatt Nummer 48 / 2011 (mit freundlicher Genehmigung des Bundesanzeiger Verlags)
46 WAT
Web Accessibility Toolbar : Ein Software-Werkzeug ( Plugin für den Microsoft Internet Explorer) zum Überprüfen einer Webseite auf Zugänglichkeit. Nachfolger der bekannten AIS -Toolbar.

C2Web - Projektteam | Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
Telefon: (07141) 919 372 | E-Mail: christian.richter@vbg.de